Altkleider sind keine Abfälle, sondern eine Handelsware. Ihre Verwertung soll laut TBR zur Stabilisierung der Abfallgebühren beitragen. Voraussetzung dafür sind funktionierende Sammelsysteme und verwertbare Kleidung.
Die Realität an vielen Containerstandorten sieht anders aus: Überfüllte Container, Müll auf dem Gehweg, Kleidung und Abfälle daneben verteilt – und es kommt jeden Tag weiterer Müll dazu.
Wer seine Kleidung ordnungsgemäß entsorgen will, hat hier keine Chance. Statt funktionierender Sammelstellen entstehen Müllplätze. Das sieht nicht nur übel aus, es sorgt auch dafür, dass eigentlich verwertbare Kleidung unbrauchbar wird.
Überfüllte oder geschlossene Container verhindern die Abgabe von Kleidung. Textilien landen daneben, werden nass, verschmutzen und verlieren ihren Wert.
Wenn Altkleidererlöse zur Stabilisierung der Abfallgebühren beitragen sollen, wird hier genau das Gegenteil erreicht: Was eigentlich Erlöse bringen könnte, wird zu Müll.
Damit bricht der Wertstoffkreislauf genau an der entscheidenden Stelle. Weniger verwertbare Kleidung bedeutet geringere Erlöse. Geringere Erlöse bedeuten einen geringeren Beitrag zur Gebührenstabilisierung.
Das System arbeitet damit gegen sich selbst: Statt Erlöse zu sichern, werden sie durch mangelhafte Containerbewirtschaftung vernichtet – und die entstehenden Lücken anschließend über Gebührenerhöhungen geschlossen.
Vor diesem Hintergrund ist der Satz eines Bürgers folgerichtig:
„Das Einzige, was hier zuverlässig funktioniert, sind die Gebührenerhöhungen.“ Keine polemische Zuspitzung, sondern die nachvollziehbare Konsequenz eines unterbrochenen Wertstoffkreislaufs. Das Thema werden wir in einer der nächsten Sitzungen zur weiteren Beratung aufgreifen.
20.01.2026



