Klärungsbedarf bei Wertstoffhof-Standort und Parkhausplanungen in Lennep
Im Januar 2024 informierten die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) über die Planungen für dezentrale Wertstoffhöfe in Lennep und Lüttringhausen. Geeignete Standorte seien identifiziert worden und sollten weiter abgestimmt werden.
Im Jahr 2025 ließ eine Mitteilung der Verwaltung jedoch erkennen, dass der Standort in Lennep offenbar nicht weiterverfolgt werde. Auf Nachfrage wurden als Gründe die schwierige Topografie, notwendige Aufschüttungen, eine eingeschränkte Anfahrbarkeit, eine enge Erschließung sowie ein zu berücksichtigender Bachlauf genannt. Insgesamt wurde die Fläche als planerisch anspruchsvoll und daher nachrangig priorisiert eingestuft. Über den Flurfunk wurde kolportiert, dass auf der Fläche keine Deponie entstehen solle, weil dort Stellplätze für das Outlet geplant seien.
Vor diesem Hintergrund sorgten die Aussagen des Oberbürgermeisters Anfang Februar 2026 für erhebliche Verwunderung. Demnach habe es Gespräche mit dem Outlet-Investor darüber gegeben, ob die Fläche als zusätzliche Parkfläche benötigt werde. Damit wird deutlich, dass sich das Grundstück in einer ernsthaften Nutzungsprüfung als mögliche Parkraumfläche befand.
Allerdings wurde seitens der Verwaltung über Monate hinweg auf Nachfragen erklärt, es gebe keine neuen Entwicklungen zum Outlet-Projekt; man warte weiterhin auf Gutachten. Offensichtlich ist der „Es gibt nichts Neues zu berichten“ Zustand eine bemerkenswert produktive Phase in der Verwaltung. Während offiziell Stillstand kommuniziert wird, werden Flächennutzungspläne geändert, Bebauungspläne vorbereitet und Parkhäuser geplant, die es angeblich nicht gibt, auf Flächen, auf denen eigentlich gar nichts gehen soll. Strategische Informationsdosierung in Kombination mit koordinierter Unklarheit scheint beim Outletprojekt inzwischen Methode zu haben, zumindest bis zur nächsten Beschlussvorlage.
Wenn der Flurfunk verlässlicher ist als die offizielle Kommunikation der Verwaltungsspitze, ist das ein ernstzunehmendes Problem. Und es bleibt erklärungsbedürftig: Wenn der Deponiestandort zuvor als planerisch schwierig und nachrangig eingestuft wurde, muss überzeugend dargelegt werden, warum er nun als Standort für ein Parkhaus tragfähig sein soll. Rahmenbedingungen ändern sich nicht dadurch, dass sich politische Prioritäten verschieben.
25.02.2025


