Wir lassen uns keine Beeren aufbinden!
Dass in den Remscheider Schulturnhallen Pilze aus den Wänden sprießen, ist bereits bekannt. Nun überraschte Baudezernent Herr Heinze mit einer neuen Idee zur Stadtbegrünung. In einem Interview mit Radio RSG erklärte er, dass man sich vorstellen könne, auf den Dächern der Firmen im geplanten Gewerbegebiet „Erdbeerfelder“ an der Borner Straße Erdbeeren anzubauen.
Was zunächst nach einer kreativen und „grünen“ Lösung klingt, kann jedoch weder den Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Flächen ausgleichen noch die massive Flächenversiegelung durch das Gewerbegebiet kompensieren. Ackerflächen zu versiegeln und anschließend ein paar Pflanzen auf Dächer zu setzen, erscheint weniger wie ein ernsthafter Beitrag zur Nachhaltigkeit, sondern vielmehr als eine symbolische Maßnahme, die zudem kaum umsetzbar ist.
„Solche Ideen sind nichts als Augenwischerei. Man kann das geplante Gewerbegebiet grün anmalen – es bleibt ein massiver Eingriff in die Landschaft und Natur“, erklärt unsere Fraktionsvorsitzende Bettina Stamm. „Davon abgesehen lösen ein paar Erdbeerpflänzchen auf einem Fabrikdach auch nicht die anderen Probleme, die durch das Gewerbegebiet und die anderen geplanten Großprojekte im Stadtteil entstehen – beispielsweise die drohende verkehrliche und infrastrukturelle Überlastung Lenneps, den Verlust von Lebensqualität für die Anwohnenden oder das finanzielle Risiko für die Stadtkasse“, ergänzt unser Lenneper Bezirksvertreter Colin Cyrus.
Wenn das als neuer Standard für eine „nachhaltige“ Stadtplanung gelten soll, bleibt abzuwarten, welche kreativen Ausgleichsmaßnahmen als Nächstes folgen. Reisanbau in Regenrückhaltebecken oder vertikale Streuobstwiesen an der Lärmschutzwand – für das Apfelpflücken im Stau?
Wir lassen uns jedenfalls keine Beeren aufbinden – eine nachhaltige Stadt- und Wirtschaftsentwicklung im Sinne der städtischen Nachhaltigkeitsstrategie erfordert mehr als Symbolpolitik!
25-02-2025
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