Als Herr Dommermuth 2023 als neuer Outletinvestor auf der Bildfläche erschien, gehörte der Erhalt der Wupperstraße zu den Bedingungen für die Übernahme des Projekts. Diese Zusage ist schon wieder Geschichte. Nun soll die öffentliche Straße an den Investor verkauft werden.
Eine öffentliche Straße kann eingezogen werden, wenn sie für den öffentlichen Verkehr nicht mehr benötigt wird. Allerdings wird die Straße nicht überflüssig, sondern stört die Planung des Investors. Aber, über die Einziehung kann nicht allein in vertraulichen Verhandlungen zwischen Stadt und Investor entschieden werden. Dafür ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren erforderlich.
An der Wupperstraße liegen Rossmann, die Easy Apotheke, Takko, Rewe und Penny. Wie sich Umwege und eine schlechtere Erreichbarkeit auf diese Geschäfte auswirken, ist nicht bekannt, denn die Verkehrsgutachten liegen immer noch nicht vor.
Projekt Kölner Straße: Die Kölner Str. soll teilweise zur Einbahnstraße werden. Wie sich die geplante Einbahnstraßenregelung, die Einziehung der Wupperstraße und der zusätzliche Outletverkehr zusammen auf Lennep auswirken, wurde bisher nicht untersucht, zumindest liegt auch hier nichts vor. Planungsrechtlich mag man diese Maßnahmen getrennt behandeln; auf den Straßen Lenneps treffen ihre Auswirkungen jedoch zusammen.
Der Oberbürgermeister spricht jetzt von einem „starken Deal“ für das Outlet Projekt und unsere Stadt. Ob der Deal tatsächlich stark ist, lässt sich kaum beurteilen. Über den Preis wird geschwiegen, wichtige Gutachten liegen nicht vor und die Folgen für Lennep und den Einzelhandel sind ungeklärt. Sicher ist nur, dass der Investor die Straße bekommen soll.
Man kann schnell entscheiden. Man kann verantwortungsvoll entscheiden. Wer aber erst beschließt und anschließend die Fakten prüft, entscheidet weder schnell noch verantwortungsvoll, sondern möglicherweise einfach falsch. Genau diese „Logik des Misslingens“ zieht sich durch das gesamte Projekt.
26-08-2026


