Mitreden bei der Gestaltung und Weiterentwicklung 
der Alleestraße

Am 07.11.2020 findet eine Beteiligungsveranstaltung zur “Zukunft der Alleestraße” statt. Aufgerufen sind alle Bürgerinnen und Bürger sich an der Planung der Alleestraße zu beteiligen. Anmeldeschluss Donnerstag der 05.11.20. Weitere Informationen finden Sie hier:
www.alleestrasse-remscheid.de

Pressemitteilung 3/2020

Zum DOC OVG Urteil

Die Würfel in Sachen DOC sind gefallen. Das nun die Verwaltung mit der Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht willens ist zwei weitere Jahre verstreichen zu lassen, ist nicht nachvollziehbar. Auch in zwei Jahren ist nicht sicher, dass die Stadt und der Investor die weiteren Prozesse tatsächlich gewinnen werden. Laut der vertraglichen Vereinbarung ist das Projekt spätestens 2023 gestorben, wenn der Bebauungsplan bis dahin keine Bestandskraft erlangt hat. Das Projekt hat den Remscheider BürgerInnen in den vergangenen Jahren bereits mehrere Millionen Euro gekostet, die auch im unwahrscheinlichen Fall der Ansiedlung des DOC nie wieder eingespielt werden können. Die gesamte Entwicklung unserer Stadt verharrt seit nun mehr als sieben Jahren in der „DOC Starre“. Als dringend und zwingend erforderlich erachten wir die Überarbeitung des im Jahr 2014, auf der Grundlage der Ansiedlung des DOC, erstellten Einzelhandelskonzeptes für Remscheid. Um weitere Kosten und Stillstand zu vermeiden ist es an der Zeit, sich von diesem Projekt endgültig zu verabschieden und die Nachnutzung der bereits für das DOC vorbereiteten Flächen, Stadion und leer gezogenen Gebäude neu zu denken und zu planen.

Faktencheck Nr. 2


Gewerbesteuer
Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer und muss von allen Gewerbetreibenden gezahlt werden. Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinden.

Die Höhe der zu zahlenden Gewerbesteuer ergibt sich aus dem Gewinn des jeweiligen Wirtschaftsjahres. Dieser wird zunächst mit dem einheitlichen Steuersatz von 3,5 Prozent und anschließend mit dem geltenden Hebesatz versteuert.

Der Hebesatz wird von den Gemeinden festgelegt. Er muss mindestens 200 Prozent betragen. Der Gewerbesteuerhebesatz in Remscheid liegt bei 490.

Gewerbesteuer wird an die Gemeinde gezahlt in der Ihr Unternehmen seinen Sitz hat. Der Firmensitz muss nicht der Produktionsstandort sein.

Warum wir eine echt.e Senkung der Gewerbesteuer fordern:

Fakt ist, die höchst verschuldeten Städte haben die höchsten Gewerbesteuerhebesätze. Firmen siedeln sich an wenn die Flächen da sind, die Infrastruktur stimmt, Synergieeffekte genutzt werden können, die Fachkräfte vorhanden sind. Das trifft auf Remscheid nicht zu. Für Städte mit hohen Hebesätzen wird es immer schwieriger, sich im Wettbewerb zu behaupten; zumal ein hoher Hebesatz auch in keinem angemessenen Verhältnis zu den hier angebotenen Leistungen (fehlendes Breitbandnetz, Infrastruktur, weiche Standortfaktoren etc.) steht.

Der Gewerbesteuerhebesatz ist auch ein Standortfaktor. Da die Gewerbesteuer vom Gewinn gezahlt wird, trägt eine Senkung dazu bei, den Standort Remscheid gerade für Unternehmen die Gewinne erzielen als Firmenstandort attraktiv zu machen, und somit neue Einnahmen für die Stadtkasse zu generieren.

Unsere bisherige Gewerbestrategie wird einzig und allein auf drei noch verfügbare Gewerbeflächen reduziert. Dass diese geplanten Gewerbegebiete tatsächlich umgesetzt werden ist nicht sicher. (Faktencheck 1) Ganz davon abgesehen, dass man in fünf Jahren wieder vor dem gleichen Problem steht. Was fehlt ist eine Strategie und ein Konzept für unsere Wirtschaft, denn unsere Gewerbeflächen sind irgendwann verbraucht.

Aus diesem Grund sehen wir gerade in Zeiten der Krise eine Steuerentlastung als wichtigen Baustein einer Gesamtstrategie, mit der auch Handwerksbetrieben sowie kleinen und mittleren Unternehmen vor Ort geholfen werden kann, Arbeitsplätze zu erhalten und neue Unternehmen aus anderen Branchen nach Remscheid zu holen.

Zur Zonser-Erklärung einiger Städte und Kommunen in der ein Verbot eines Gewerbesteuerdumpings der Kommunen gefordert wird

Ein „Verbot“ wie es in der Zonser Erklärung gefordert wird, benachteiligt die Kommunen die nicht über Standortvorteile wie ausreichend Gewerbeflächen, entsprechende Infrastruktur etc. verfügen. Darüber hinaus sehen wir die unter dem Deckmantel kommunaler Solidarität geforderte Absprache bei der Steuer kritisch. Eine gute Wirtschaftspolitik ersetzt diese nicht.

Faktencheck Nr. 1

Gewerbegebiete
Remscheid hat drei verbleibende Gewerbeflächen. Die „Blume“, das Gleisdreieck sowie die Erdbeerfelder in Bergisch Born. Eine Stadt profitiert von den Gewerbe- und dem Anteil der Einkommenssteuer, wenn die Firmen- und die Mitarbeiter ihren Wohn- bzw. Firmensitz in Remscheid haben. Letztendlich sollte sich die Erschließung von Gewerbegebieten für eine hoch verschuldete Stadt wie Remscheid finanziell auch lohnen.

Interkommunales Gewerbegebiet Gleisdreieck und Erdbeerfelder:
Nach einstimmigen Beschluss aller Ratsfraktionen plant die Stadt 29 Mio. € in die Entwicklung der Gebiete Gleisdreieck und Erdbeerfelder zu investieren. Die Wirtschaftslichkeitsprognose für diese Gebiete liegt bei einem Minus von 10 Mio. € oder einem Plus von 6 Mio. €. Das entspricht einem Verlust von Minimum 23 Mio. €. Eine Prognose über zu schaffende Arbeitsplätze sowie der Folge- und Betriebskosten ist seitens der Verwaltung nicht belastbar möglich. Hinzu kommt, dass nicht alle Eigentümer bereit sind ihre Grundstücke zu verkaufen. Die Umsetzung der beiden Gewerbegebiete sind sehr unwahrscheinlich.

Karlstr. (Gewerbegebiet Lenneper Bahnhof)
Der Verkauf der Flächen am Gewerbegebiet Karlstr. verlief schleppend. Grund hierfür sind die „ungünstig geschnittenen“ Grundstücksflächen und die Tatsache, dass die Zufahrt für größere LKW ungeeignet ist. Offensichtlich gibt es auch keine Vorgaben die Schaffung der Anzahl der Arbeitsplätze an die Grundstücksfläche zu koppeln; denn trotz knapper Gewerbeflächen ist z.B. eine Halle entstanden in dem lediglich Fahrzeuge untergestellt werden. D.h. keine Gewerbesteuereinnahmen und keine Arbeitsplätze für diese Fläche. Weiter wurden beim Verkauf der Grundstücke ein Minus von ca. 490.000 € „erwirtschaftet“. Allerdings gab es auch Investoren die erschlossene Grundstücke in diesem Bereich gekauft, nicht bebaut aber mit Gewinn wieder veräußert haben.

Fazit und Aussicht: Wenn die Stadt durch eine Investition in einem Gewerbegebiet Ansiedlungen ermöglicht, muss sowohl der wirtschaftliche Nutzen als auch die Folge- und Betriebskosten dieser Investition betrachtet werden.

Ziel sollte die vorrangige Nutzung und Entwicklung bestehender Brachflächen sein, statt neue Flächen zu versiegeln. Ebenso sind die vorhandenen Gewerbegrundstücke nach qualitativen Kriterien, wie optimale Flächenausnutzung, Arbeitsplätze, Innovationspotenzial, Nachhaltigkeit und Umweltbelastung zu vergeben. Das Brachflächen-kataster Stand 2015 bedarf einer Überarbeitung.

(Quelle: Ratsinfo Remscheid http://ratsinfo.remscheid.de/sessionnet/bi/si0050.php?__ksinr=2748)

 

echte Antworten auf die ver.di Wahlprüfsteine

zum Antrag Baumfällung Hackenberg:
Unsere Eingabe für die Bezirksvertretung Lennep die Fällgenehmigung erst dann zu erteilen, wenn auch das DOC sicher kommt sowie die gem. Baumschutzsatzung erforderlichen Angaben der Ersatzpflanzungen anzugeben, wird auf den November verschoben. Das heißt,  erst wird der Beschluss (oder vielleicht auch die Bäume) gefällt, dann die Eingabe dazu bearbeitet. Begründung: Die zuständigen Fachdienste müssen erst den Sachverhalt prüfen, und über die hierbei gewonnen Erkenntnisse einen schriftlichen Bericht anfertigen.

Eingabe zur Sitzung der Bezirksvertretung
Lennep am 19.08.2020